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Reisetagebuch

Frank Wallburger (Reiseleiter)

Post aus Prag: Der Titan und das Enfant Terrible. Was für ein Tag!

Während ich mir in Dresden weiterhin Gedanken über das Schweigen von Beethoven in Wien mache, weht aus Prag ein kräftiger kreativer Wind herüber. Gleich zwei Zusagen haben mich erreicht, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch perfekt in unser Mosaik passen.

Zuerst die Nachricht von Veronika Bílková. Eine beeindruckende junge Künstlerin, Jahrgang 1994, die mit ihren preisgekrönten Buchbiografien über (klar!) Beethoven, Smetana und ganz aktuell Martinů bewiesen hat, dass sie die Seele der großen Komponisten mit Pinsel und Feder einfangen kann. Dass sie Beethovens Besuche in den böhmischen Kurorten so detailliert kennt, ist ein Geschenk für unsere Route. Mit ihr haben wir eine Expertin an Bord, die Geschichte lebendig illustriert.

Und dann: David Černý. Das „Enfant terrible“ der tschechischen Kunstszene. Er antwortete mir zwischen seinen Arbeiten für Venedig.

Černý ist der Mann, der Prag mit seinen monumentalen, oft kinetischen Skulpturen wachrüttelt – wie der gewaltigen, rotierenden Kafka-Büste, deren Schichten sich ständig neu ordnen. Dass er Lust auf unser „Experiment“ hat, ist eine Sensation.

Wenn Beethoven der Rebell der Töne war, dann ist Černý sein Pendant im öffentlichen Raum von heute. Ich sehe schon vor mir, wie seine radikale Ästhetik und seine technische Brillanz auf den Geist des Meisters treffen.

Ich bin voller Vorfreude.
Prag wird ein Herzstück unserer Reise.
Es fühlt sich an, als würde unsere „Tour-Kutsche“ jetzt kräftig Fahrt aufnehmen.