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Reisetagebuch

Esteban von Wilhelm (Wurzen)

Dunkelkammer

Liebe Künstlerkollegen,

es ist mir eine Freude, Euch alle zu begrüßen, und ich hoffe, dass wir in diesem Projekt eine Ausdrucksform finden können, die uns dem Leben und Werk dieses Genies näherbringt.

Ludwig van Beethoven komponierte seine späten Werke in einer Welt, in der das äußere Hören verstummt war. Die Musik entstand nicht mehr aus dem Klang von außen, sondern aus einer inneren Notwendig keit, aus Erinnerung, Vorstellung und Widerstand. Seine Taubheit war kein Ende, sondern eine Verlagerung der Wahrnehmung.

Auch meine eigene künstlerische Arbeit entsteht aus einer Einschränkung. Vor sechzehn Jahren verlor ich mein rechtes Auge; meine Sehkraft ist seitdem begrenzt. Anstatt gegen diesen Verlust anzu kämpfen, habe ich ihn in meine Praxis integriert.

Ich male in einem eigens gebauten dunklen Raum. Ich kann nicht sehen, was ich male, aber ich male weiter, und diese Prämisse verbindet mich auf gewisse Weise mit der Erfahrung jenes Genies, das wir heute mit unseren künstlerischen Werken feiern. Um mich vorzustellen, schicke ich euch ein Foto von mir in der Dunkelkammer meines Ateliers.

Viele künstlerische Grüße
Esteban von Wilhelm